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  • Aurelia, Celina & Rastgo

Die Planetary Health Diet: 1 Ziel – 2 Unterziele – 5 Strategien

Aktualisiert: 11. März 2022

Das Wahlfach Kulinaristik beschäftigt sich mit aktuellen Fragestellungen der Foodbranche. Die Jahrgänge FM19A und FM19B haben sich mit der Frage beschäftigt, wie die Verpflegung in Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen nachhaltiger und gesünder gestaltet werden kann. Wir stellen Euch in einer Blogartikel-Serie die wichtigsten Grundlagen vor und zeigen Euch dann, wie ein Speiseplan konkret aussehen kann.



Gerade uns als BWL-Food Management Studierenden oder Interessierten sind zahlreiche Ernährungsformen, die auf die Gesundheit des Menschen abzielen, geläufig.

Die Planetary Health Diet bezieht neben dem Menschen gleichermaßen das Wohlergehen der Erde ein. Die EAT-Lancet Kommission, ein Zusammenschluss 37 Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Klima- und Ernährungsforschung, Landwirtschaft, Medizin und Politik, spricht sich für die Transformation des Ernährungssystems aus. Ein Ernährungssystem, dass es im Jahr 2050 schafft, die auf 10 Milliarden Menschen angewachsene Bevölkerung zu ernähren. Ein weiter Weg, wenn man sich die heutige Schieflage des Systems vor Augen führt: In ärmeren Ländern leiden Menschen unter Hunger, in wohlhabenderen Ländern unter Wohlstandskrankheiten und die Lebensmittelproduktion trägt einen großen Anteil an der Verursachung der Klimakrise.

Das Ziel, das Ernährungssystem zu transformieren, fordert also eine Ernährung aller Menschen innerhalb der planetaren Grenzen und schafft Hoffnung:


"The global adoption of healthy diets from sustainable food systems would safeguard our planet and improve the health of billions."


Unter diesem Ziel fasst die Kommission 2 Unterziele und 5 Strategien ein:

  1. Unterziel - Healthy Diets: Das erste Ziel ist die Umstellung der Ernährung zu einer pflanzenbasierten Kost, in der der Konsum von tierischen Produkten weitestgehend reduziert werden soll.

  2. Unterziel - Nachhaltige Lebensmittelproduktion: Bei der Produktion von Lebensmittel müssen insbesondere die folgenden drei Aspekte beachtet werden. Die globale Umstellung auf die vorher genannte gesunde Ernährungsweise, verbesserte Verfahren in der Lebensmittelproduktion und die Verringerungen von Lebensmittelverlusten in der Produktion und Verschwendung von Verbrauchern.



Abbildung 1-3: Empfohlene Zusammensetzung des Speiseplans nach der Planetary Health Diet


Strategien

  1. Förderung einer gesunden Ernährung: Die erste Strategie erfordert die internationale und nationale Bereitschaft für eine globale Umstellung auf eine gesunde Ernährung, sodass alle Menschen einen Zugang zu gesunden Lebensmitteln und der Bildung über Ernährung haben.

  2. Qualität und Vielfalt in der Landwirtschaft: Für die zweite Strategie müssen die landwirtschaftlichen Prioritäten neuorientiert werden, sodass die Produktion diverser und gesunder Lebensmittel statt der Produktion hoher Mengen weniger Arten in den Vordergrund tritt.

  3. Nachhaltige Investitionen in der Landwirtschaft: Gleichermaßen muss die Lebensmittelproduktion so gefördert und optimiert werden, dass eine höhere Qualität der Nahrungsmittel gewährleistet wird.

  4. Vorgaben für Nutzung von Land und Meer: Die vierte Strategie beschreibt die Stärkung der globalen und strukturierten Bewirtschaftung von Land und Meeren. Um eine voranschreitende Ausdehnung der Flächen zu vermeiden, müssen bereits bestehende landwirtschaftliche Fläche und Meere effizienter genutzt werden. Nur so können die Ressourcen der Erde, die Biodiversität und die Umwelt auch bei wachsender Population nachhaltig geschützt werden.

  5. Lebensmittelverschwendung vermeiden: Im Einklang mit den UN Sustainable Development Goals soll die Lebensmittelverschwendung und die Verluste um mindestens die Hälfte reduziert werden. Besonders die Infrastruktur beim Transport der geernteten Lebensmittel, die Zusammenarbeit der Unternehmen entlang der Lieferkette sowie die Schulung und Ausstattung der Produzenten und die Aufklärung der Verbraucher ermöglicht diese Reduzierung.


Zusammenfassung

Wie Lebensmittel produziert, konsumiert und wieviel davon verloren und verschwendet wird, formt maßgeblich die Gesundheit der Menschen und des Planeten. Die EAT-Lancet Kommission zeigt, dass eine gesunde Ernährung von 10 Milliarden Menschen für die nachhaltige Nahrungsmittelproduktion bis 2050 sowohl möglich als auch notwendig ist, um die Ressourcen der Erde zu schonen. Noch können Lebensmittel das größte Problem des 21. Jahrhunderts werden, doch genauso haben sie das Potenzial ein Teil der Lösung zu sein. So kann eine extreme Verschlechterung der Umwelt noch vermieden werden und etwa 11 Millionen Tote jährlich das Leben retten.

Zusammenfassend zeigt der Artikel die Dringlichkeit, bei der Ernährung nicht nur den gesundheitlichen Aspekt für die Menschen zu betrachten, sondern auch das Wohlergehen der Erde wertzuschätzen.




Quellen:

EAT-Lancet Kommission (2019). Summary Report of the EAT-Lancet Commission.


Bildquellen:




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