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  • Melvin

Die Sache mit dem Rindfleisch


Warum es nicht immer sinnvoll ist, in diesem Zusammenhang global zu agieren, kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen.



Welche Haltungsformen gibt es?


Deutschland hat 2020 etwa 1,1 Millionen Tonnen Rindfleisch produziert und ist damit nach Frankreich der Zweitgrößte Rindfleischerzeuger in der EU. Zwei Haltungsformen dominieren die Rindfleischerzeugung. Zum einen stammen 46 Prozent des deutschen Rindfleisches aus der Mastbullenhaltung. Hier handelt es sich um Jungbullen zwischen ein und zwei Jahren. Zum anderen werden 34 Prozent durch (Alt-)Kühe aus Milchvieh und Mutterkuhherden gedeckt. Weitere 20 Prozent entfallen auf Färsen also geschlechtsreife Kühe, die noch nicht gekalbt haben und Jungrinder (8-12 Monate) sowie Kälber (< 8 Monate).


Welches Futter bekommen Rinder?


Was alle Rinder gemeinsam haben: sie brauchen Futter. Man spricht hier von Grundfutter und Kraftfutter. Zum Grundfutter zählen Kräuter, Gräser und Pflanzen wie Mais, die dem Feldfutterbau zugeordnet werden können. Das Grundfutter ist jedoch gerade im Mastbetrieb nicht ausreichend, weshalb zusätzlich Kraftfutter verwendet wird. Hierzu zählen beispielsweise Soja, Ackerbohnen, Erbsen, Getreide, Biertreber und Zuckerrübenschnitzel.


Da Futtermittel einen der größten Kostenblöcke ausmachen, gilt es diese kostengünstig zu sourcen. Im Bereich des Grundfutters wird hier meistens auf den Eigenanbau gesetzt. Beim Kraftfutter setzt man indes auf den Import von Soja, da die heimischen Anbauflächen von Kraftfutter nicht ausreichen. 2020 wurden 3.9 Millionen Tonnen zugekauft.


Welche Rolle spielt dabei der Anbau von Soja?


Dafür sprechen der günstige Weltmarktpreis und die optimale Eiweißzusammensetzung. Hinterfragt man jedoch, wie der günstige Weltmarktpreis zustande kommt, so stößt man schnell darauf, dass mit ein Grund dafür die riesigen Anbauflächen in den USA und Brasilien sind. Allein durch den Sojaimport aus Brasilien nach Deutschland ergibt sich in Brasilien ein Sojaflächenfußabdruck von 1,6 Millionen ha. Das entspricht der Fläche von Schleswig-Holstein. Kurz gesagt, verbrauchen wir für unsere Rindfleischproduktion woanders auf der Welt Land und Ressourcen, die anderweitig sinnvoller genutzt werden könnten.


Probleme der Flächennutzung für den Sojaanbau in anderen Teilen der Welt sind die langen Transportwege, die contraire zu den Vorstellungen einer nachhaltigen und regionalen Landwirtschaft stehen. Weiter erfolgt der Anbau oft in riesigen Monokulturen von gentechnisch veränderten Pflanzen. Ein immenser Dünger sowie Pestizideinsatz ist die Folge. Auch werden immer wieder zunächst Flächen für den Anbau gerodet. Die Zerstörung von Ökosystemen mit einer weitaus höheren Ökosystemleistung ist die Folge, was sich wiederum negativ auf die Umwelt und das Klima auswirkt. Bei der Produktion von 1 kg Rindfleisch entsteht fast zehnmal so viel CO2 wie bei der Produktion von Kartoffeln. Lokale Wirtschaftszweige in den Agrarberiechen werden geschwächt und im Extremfall entsteht eine Konkurrenz zwischen den Anbau von Futtermitteln und dem Anbau für den menschlichen Verzehr.


Welche Alternativen zu Soja gibt es?


Lösungsansätze bietet die Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Insbesondere die Leguminosen (Hülsenfrüchte) stehen hier im Fokus. Bekannte Vertreter sind Ackerbohne, Lupinenarten, Kleearten, Erbse, Luzerne und Wicke. Sie haben die Fähigkeit den Luftstickstoff zu nutzen, um Eiweiß herzustellen und diesen weiteren Pflanzungen als Nährstoff verfügbar zu machen. Sie könnten wesentlich dazu beitragen, den Eiweißbedarf der Rinder aus lokalen Mitteln zu decken. Die positiven Effekte erstrecken sich über eine verbesserte Artenvielfalt bis hin zu verringertem Einsatz von Düngern und einer verbesserten Bodenfruchtbarkeit. Nicht zuletzt werden regionale Wertschöpfungsketten mit all ihren Benefits in den Bereichen Klima- und Ressourcenschutz gestärkt. Dieser Ansatz soll die optimale Landnutzung stärken, also welche Agrarproduktion macht wo Sinn.


Was kann ich als Verbraucher tun?


Etwa 10 kg Rindfleisch verzehren die Deutschen pro Kopf im Jahr. Das heißt jeder einzelne kann durch bewussten Konsum von Rindfleisch aktiv den Klima- und Ressourcenschutz unterstützen.


Quellen:

Bildquelle:

unsplash


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